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Als einer der wichtigsten Risikofaktoren für chronische Krankheiten verursacht problematischer Alkoholkonsum jährlich Kosten von über CHF 6.5 Milliarden. Zentrales Ziel des geplanten Nationalen Programms Alkohol 2008 - 2012 (NPA) ist die Reduktion der negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums auf das öffentliche Leben (Verminderung von Gewalt, Unfällen sowie der Schutz von unbeteiligten Dritten) und die Volkswirtschaft (Senkung Kosten).
Die Eidgenössische Kommission für Alkoholfragen (EKAL) ist ein beratendes Organ des Bundesrates im Bereich von Alkoholfragen. Sie initiiert und begleitet die Meinungsbildungs-, Entscheidungs- und Realisierungsprozesse bei Fragen, die direkt oder indirekt mit der Einwirkung des Alkoholkonsums auf die Gesundheit in Zusammenhang stehen. Die EKAL ist eine ausserparlamentarische Kommission. Präsidentin der EKAL ist Frau Rosmarie Zapfl.
Die Kommission zählt 15 Mitglieder aus gesundheitspolitisch orientierten Organisationen, aus den Bereichen Prävention, Behandlung, Forschung, sowie aus dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV). Die Mitglieder werden vom Bundesrat gewählt. Die ganze Kommission (Plenum) tagt drei bis vier Mal pro Jahr und arbeitet zusätzlich in themenspezifischen Untergruppen.
Der Bundesrat hat das Bundesamt für Gesundheit mit der Erarbeitung eines Nationalen Programms Alkohol 2008–2012 (NPA) betraut. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen (EKAL), der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV), den Kantonen (GDK) und weiteren Akteuren der schweizerischen Alkoholpolitik erarbeitet. Der Bundesrat hiess das NPA am 18. Juni 2008 gut. Nachdem der Bund seit einigen Jahren im Bereich Alkohol tätig ist, will er sein Engagement im Rahmen eines Nationalen Programms weiterführen. Die Handlungsschwerpunkte des Programms liegen im Bereich Jugend, Gewalt, Sport und Unfälle. Die Umsetzung liegt weitgehend in der Kompetenz der Kantone. Der Bund übernimmt eine koordinierende Rolle.
Das Nationale Programm Alkohol 2008–2012 (NPA) beruht auf folgender Vision: «Wer alkoholische Getränke trinkt, tut dies ohne sich selber und anderen Schaden zuzufügen».
Im Fokus des NPA steht die Reduktion des problematischen Alkoholkonsums und die Minderung der negativen Auswirkungen des problematischen Alkoholkonsums auf das persönliche Umfeld und die Gesellschaft. Priorität hat dabei der Vollzug der bestehenden gesetzlichen Vorschriften, insbesondere im Bereich des Jugendschutzes.
Allgemeine Zielsetzungen
Das Nationale Programm 2008-2012 umfasst 7 allgemeine Oberziele, die sich gegenseitig ergänzen und unterstützen. Für jede dieser Zielsetzungen müssen spezifische Massnahmen erarbeitet und umgesetzt werden. Um eine ausreichende und nachhaltige präventive Wirkung zu erzielen, soll die Verhaltens- (Information, Sensibilisierung) sowie die Verhältnisprävention (strukturelle Massnahmen wie die Durchsetzung der Gesetze) gleichermassen berücksichtigt werden.
Die Oberziele des Nationalen Programms Alkohol 2008–2012 sind:
Das Bundesamt für Gesundheit und die Eidgenössische Alkoholverwaltung führen in ihrem Alkoholprogramm «Alles im Griff?» seit 2000 ein Projekt mit dem Namen «Die Gemeinden handeln!» durch. Die Leitung des Projektes liegt bei der Organisation RADIX Gesundheitsförderung.
Damit die Qualität des Angebots erhöht und die Nachhaltigkeit verbessert werden kann, will der Bund in den kommenden Jahren die Angebote im Suchtbereich stärker koordinieren und konsolidieren. Dazu dienen folgende Massnahmen:
Zur Unterstützung und Umsetzung von diversen Massnahmen finanziert das Bundesamt für Gesundheit "Infodrog, die Koordinations- und Fachstelle Sucht". Um die Verbindung mit den Kantonen sicher zu stellen ist Infodrog bei der Schweizerischen Sozialdirektoren- und Sozialdirektorinnenkonferenz (SODK) angesiedelt.
Infodrog ist Ansprechpartner für Institutionen, Behörden, Betroffene und deren Angehörige in den Bereichen Therapie, Schadensminderung und Prävention.
Der problematische Alkoholkonsum betrifft die ganze Gesellschaft: Alkohol erhöht die Gewaltbereitschaft, ist für eine Vielzahl von Unfällen verantwortlich und vermindert so die Lebensqualität der Bevölkerung. Jährlich sind 2'100 Todesfälle und rund 30'000 verlorene Lebensjahre auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Vor allem das Rauschtrinken bei Jugendlichen ist besorgniserregend. Täglich werden 5 Jugendliche wegen Alkoholproblemen (meistens Alkoholvergiftungen) in Notfallstationen eingeliefert.
Die Kampagne 2007/2008
Es ist wichtig, die Öffentlichkeit zum Thema Rauschtrinken zu informieren. Besondere Sorgen bereitet der Alkoholkonsum bei Jugendlichen. Deshalb werden mit der «Alles im Griff?»-Kampagne die Jugendlichen gezielt auf die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums angesprochen. Gleichzeitig wird die grosse Bekanntheit der bisherigen Kampagne genutzt, indem das «Kampagnenglas» und der Slogan «Schau zu dir und nicht zu tief ins Glas» wichtige Elemente bleiben. Unterstützt wird die Kampagne durch die Portale www.tilllate.com und www.lautundspitz.ch und ist so im Partysegment präsent.
Die Informationen werden über verschiedene Kanäle vermittelt: Plakataushang, Inserate, Internet.
Wie viel ist zu viel?
Zwei Drucksachen, die Sie unter «Bestellungen» gratis beziehen können (in Deutsch, Französisch, Italienisch, Tamilisch, Serbisch/Kroatisch/Bosnisch, Portugiesisch, Spanisch und Türkisch) zeigen auf, was unter einem risikoarmen Alkoholkonsum zu verstehen ist:
In der vom BAG und GastroSuisse herausgegebenen Promilletabelle im Visitenkartenformat erfahren Sie mehr über den Richtwert 0,5 Promille, Risiken und Genuss ohne Reue. Vor dem Autofahren empfiehlt das BAG weiterhin, ganz auf Alkohol zu verzichten.
«Wie viel Alkohol kann ich trinken, ohne mir und meiner Umwelt zu schaden? Wie viel ist zu viel? Wann sollte ich stopp sagen?». Diese Fragen beantwortet die Broschüre «Alkohol - wie viel ist zu viel?».
Bestellungen sind hier möglich: http://www.bag.admin.ch/themen/drogen/00039/00602/03551/index.html?lang=de
Ziel
Gemeinsam mit den betroffenen Partnern will das BAG kohärente Massnahmen bezüglich Qualitätsförderung entwickeln, welche für den ganzen Suchthilfebereich Geltung haben.Die Hauptpartner sind die betreffenden eidgenössischen und kantonalen Verwaltungseinheiten, die Geldgeber, die Fachverbände und die ambulanten und stationären Suchtinstitutionen.
Strategie
Nach der Entwicklung einer Qualitätsnorm, welche für den gesamten Suchthilfebereich gültig ist - das modulare Referenzsystem QuaTheDA - konzentriert sich das BAG auf ein Projekt zur Erhebung von Ergebnisqualität, QuaTheDA-E (E=Ergebnisqualität). Eine gemeinsame Qualitätsnorm und kohärente Massnahmen für die Erhebung von Ergebnisqualität erleichtern die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern und fördern die Transparenz und die Vergleichbarkeit der Dienstleistungen (bench marking).
Das modulare Referenzsystem QuaTheDA
Diese Qualitätsnorm ist bei der Schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS) registriert. Sie wurde auf der Basis von Elementen aus ISO 9000-2005 und EFQM erarbeitet und an die Spezifizitäten der Dienstleistungen im Suchtbereich angepasst. Sie dient als Grundlage einer gleichnamigen Zertifizierung. Das Referenzsystem ist auf die Struktur- und Prozessqualität ausgerichtet und modular aufgebaut. Es besteht aus einem Basismodul, welches die Anforderungen an das Management einer Institution enthält und somit für alle Einrichtungen Gültigkeit hat, sowie Einzelmodulen, welche Anforderungen zu folgenden einzelnen Tätigkeitsfeldern der Suchthilfe enthalten:
Ein Leitfaden QuaTheDA erleichtert die Einführung von QuaTheDA in den Institutionen. Er enthält Erklärungen und Beispiele zu den Qualitätsanforderungen. Zusätzlich ist eine CD-Rom erhältlich, welche ein Muster - Qualitätsmanagementhandbuch sowie Musterdokumente enthält, die von den Institutionen für Ihre Bedürfnisse angepasst werden können. Sowohl das Referenzsystem als auch der Leitfaden können bestellt werden. Eine Schulung zur Einführung von QuaTheDA wurde den Einrichtungen, welche daran interessiert sind, QuaTheDA einzuführen oder sich zertifizieren zu lassen, empfohlen.
Messinstrumente
Folgende Instrumente stehen auf www.quatheda.ch zur Verfügung:
Das Projekt QuaTheDA - E
Die Erhebung von Ergebnisqualität ist um einiges komplexer als die Einführung von Struktur- und Prozessqualität. Welche Ergebnisse haben Gültigkeit, bei einer Erkrankung, die auf somatischer, psychischer und sozialer Ebene Auswirkungen hat? Bevor ein konkretes Projekt in dieser Sache lanciert wird, hat das BAG eine ExpertInnengruppe einberufen, welche eine differenzierte Antwort in Form eines Berichtes zu diesem Thema verfasst. Dieser wird im Frühling 2008 fertig gestellt sein. Er dient als Grundlage zur Erarbeitung eines konkreten Projektes, wie Ergebnisse im Suchtbereich mit welchen Instrumenten gemessen werden können. Das Projekt wird in Kooperation mit den betroffenen Partnerinnen und Partnern durchgeführt werden.
Das BAG unterstützt Institutionen der Prävention und der Suchthilfe bei der Entwicklung einer frauen- und männergerechten Suchtarbeit mit dem Ziel, die gendergerechte Suchtarbeit zu fördern. Suchtarbeit und Prävention sind wirkungsvoller, wenn sie die unterschiedlichen Erfahrungen und Bedürfnisse von Frauen und Männern berücksichtigen. Ebenso wird bei der Unterstützung von Präventions- und Forschungsprojekten auf die Berücksichtigung der geschlechterspezifischen Bedürfnisse Wert gelegt.
So konnten zum Beispiel unterschiedliche Wirkungen von Substanzen auf den männlichen und weiblichen Körper oder das Gehirn nachgewiesen werden.
Ebenso zeigen sich relevante Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Konsum- und Verhaltensmustern sowie Ursachen der Suchtentwicklung. Der Alltag und die Lebensrealitäten von Suchtmittel konsumierenden Frauen und Männern unterscheiden sich genauso wie ihre Bemühungen zum Ausstieg aus der Sucht.
Der Einbezug des Genderaspekts ermöglicht eine Berücksichtigung der sozialen und biologischen Einflussfaktoren auf Identitäten und Verhaltensweisen in der Präventions- und Suchtarbeit.
Beim Gendermainstreaming handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, mit dem Ziel, die Genderperspektive auf allen Ebenen strukturell und inhaltlich umfassend und nachhaltig zu verankern.
Mainstreaming bedeutet hier, dass die Berücksichtigung der Genderperspektive zum normalen und selbstverständlichen Handlungsmuster einer jeden Organisation bzw. Institution und eines jeden Projekts wird.
Eine Gendergerechte Präventions- und Suchtarbeit wird somit den unterschiedlichen Bedürfnissen, Erfahrungen und Lebensrealitäten von Frauen und Männern gerecht und ist ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätsentwicklung. Es braucht eine dementsprechende Gestaltung der Angebote und der Institutionen.
Mandat zur Förderung gendergerechter Präventions- und Suchtarbeit
Um die Entwicklung gendergerechter Sucht- und Präventionsarbeit zu unterstützen, führt das BAG ein Mandat zu deren Förderung. Dieses umfasst folgende Bereiche:
Auf der Homepage von Infodrog (www.infodrog.ch) ist ein Teil der Arbeit im Rahmen dieses Mandats dokumentiert.
Unter www.drugsandgender.ch sind Grundlagentexte, Aktualitäten und ein Verzeichnis von Institutionen zu finden, die über ein gendergerechtes, frauen- oder männerspezifisches Angebot im Alkohol- und Drogenbereich verfügen.